Als wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Landes Salzburg ist der Salzburger Hauptbahnhof
mit bis zu 25.000 Fahrgästen täglich einer der größten Bahnhöfe Österreichs.
Der künftige Durchgangsbahnhof wird als regionale und internationale Drehscheibe
den Anforderungen eines modernen Bahnzeitalters voll gerecht werden. Hoher Kundenkomfort,
kurze Wege, barrierefreies Umsteigen, optimale Fahrgastinformation, eine zentrale
Passage mit Einkaufsmöglichkeiten und ein einzigartiges architektonisches Konzept
mit der Integration von denkmalgeschützten, historischen Bauteilen in modernste
Bahninfrastruktur werden der Festspielstadt ein unverwechselbares neues Entree geben.
In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt entsteht hier bis 2014 einer der modernsten Bahnhöfe Österreichs, wobei die historische Dachkonstruktion über dem
heutigen Mittelbahnsteig erhalten bleibt. Die Personentunnel werden durch eine breite Passage abgelöst, die die beiden Stadtteile Schallmoos und Elisabeth-Vorstadt miteinander verbinden wird. Dadurch wird eine komfortable Erschließung
der Bahnsteige ermöglicht. Gemeinsam mit der Errichtung der Gleisanlagen werden
die Eisenbahnbrücken über die Plainstraße, die Rainerstraße und das Nelböckviadukt
erneuert.
Der Umbau findet unter laufendem Betrieb des Bahnverkehrs statt. Während der
verschiedenen Bauphasen kommt es zu vorübergehenden Sperren einzelner Bahnsteige.
Die betroffenen Züge fahren dann jeweils andere Bahnsteige an.
Hohe Anforderungen werden auch an die Logistik gestellt, da die Bauarbeiten im innerstädtischen
Raum auf sehr beengten Platzverhältnissen durchgeführt werden müssen.
Der Salzburger Hauptbahnhof hatte lange Zeit die Funktion eines Grenzbahnhofes in
Richtung Deutschland und wurde daher als kombinierter Durchgangs- und Inselbahnhof
angelegt. Bisher endete ein Großteil der Züge am Salzburger Hauptbahnhof.
Mit dem neuen Durchgangsbahnhof können künftig mehr Züge durchgeführt
werden. Durch diesen Ausbau der Schieneninfrastruktur wird die West-Ost-Verbindung
verbessert und der Hauptbahnhof Salzburg noch effizienter in das transeuropäische
Netz von Paris und Stuttgart über Wien nach Bratislava (TEN 17) integriert.
Projektdaten
Bauherr/Auftraggeber:
ÖBB-Infrastruktur AG Ausführung:
HOCHTIEF Construction Austria Bauzeit:
2009 bis 2014 Auftragssumme (netto):
50,5 Mio. EUR
Technische Daten
Duktile Pfähle (Verpresspfähle) ca. 64 000 m
Spundwände ca. 40 000 m2
Beton ca. 57 000 m3
Betonstahl ca. 7 270 t
Baumaßnahmen:
Mehr als 80 Bauphasen – Bauen unter
Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes
Abbruch von bestehenden Objekten
Erdbauarbeiten (Unterbauarbeiten)
Erstellung einer zentralen Passage und der Gleis- und
Bahnsteigtragwerke
Bau einer Fußgängerunterführung unter Hilfsbrücken